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Predigt über das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Verse 38 bis 44
Der Junge war wirklich rotzfrech zu ihr: Erst beschimpfte er sie nur übel, drohte und machte ihr Angst. Sie wehrte sich mit Worten und schickte ihn
weg. Er kam wieder, schlug sie auf dem Weg von der Schule nach Hause ein paarmal in den Bauch. Die Lehrerin wurde informiert und dann auch die Schulleiterin, als der Junge ihr drohte: "Am Freitag schlage ich
dich tot!" Die Eltern des Jungen, wurden angerufen, ein Verweis erteilt, aufgeregte Gespräche am Frühstückstisch. Die Sache wurde immer hitziger und gewalttätiger. Beide Seiten schaukelten sich immer weiter
auf. Es wurde nachgedacht, ob es nicht besser sei, das Mädchen lieber in die Schule zu begleiten, um kein Risiko einzugehen.
Aber dann hatte jemand die Kaubonbonidee. Die war gut! - Böse Worte nicht mit bösen Worten beantworten, Gewaltandrohung nicht mit Gewaltandrohung, auf
Schläge nicht mit Schlägen reagieren - einfach die linke Backe hinhalten, wenn jemand auf die rechte schlägt, den Feind lieben.
Das Mädchen ging also am nächsten Morgen ganz alleine zur Schule, mit Herzklopfen, unsicher und ängstlich. Es war der letzte Versuch, bevor ihre Eltern
die Polizei angerufen hätten.
Als der freche Junge wutschnaubend um die Ecke bog, streckte sie ihm Kaubonbons entgegen: "Es gefällt mir nicht, daß du mich bedrohst. Hör mal
bitte auf damit. Bitte! Hier hast du ein paar Kaubonbons. Die schenke ich dir." Der Knabe schaute verdutzt und meinte erleichtert: "Mir gefiehl das eigentlich auch nicht mehr, was ich mit dir gemacht habe.
Ich mach das jetzt auch nicht mehr."
Das Mädchen lächelte jetzt: "Kommst du mich am Freitag mal bitte besuchen? Das wäre schön. Wir haben da Kirchenindianer im Bauwagen hinter der
Kirche. Und ich kann dir auch mal mein Zimmer zeigen."
Einträchtig und friedlich gingen sie nebeneinander her in die Schule - gemeinsam kaubonbonkauend.
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