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Wie feiert man eigentlich richtig Weihnachten?
Das ist keine blöde Frage, sondern eine wichtige Sache. Denn Jahr für Jahr gibt es Frust am Heiligen Abend: Manche Leute sind furchtbar einsam.
Andere überfressen sich. Die einen streiten sich, daß die Christbaumkugeln auf dem Teppichboden zerplatzen, die anderen flüchten und fliegen ins Ausland. Irgendwie ist Weihnachten schwierig geworden:
Manche Leute hetzen wochenlang nach Geschenken durch die Kaufhäuser und das Internet. Andere werden mit Bratpfannen, Rasierwasser und
Kunstblumensträußen beglückt (oder auch nicht). Die einen liegen besoffen auf dem Teppich. Die anderen feiern fröhlich und still im Kreis ihrer Familie. Andere knabbern allein am Marzipanbrot und sind dennoch
vergnügt und froh.
Wie feiert man eigentlich richtig Weihnachten? Wenn Weihnachten ein Geschenkefest ist, dann feiert man entweder mit vielen Geschenken oder man hat
Frust, daß das Geld nicht reicht.
Wenn Weihnachten ein Familienfest ist, dann feiert man entweder im Kreis der Familie oder man hat Frust, daß niemand da ist oder alle sich zanken.
Wenn Weihnachten ein Lichterfest ist, dann feiert man entweder mit vielen blinkenden Lichterketten oder mit einer durchgebrannten Sicherung.
Wenn Weihnachten aber das Geburtstagsfest Jesu Christi ist, dann stehen alle Türen offen, dann kann es schön werden - ob mit oder ohne Geld, ob mit
oder ohne Familie, ob mit oder ohne Lichterkette, ob mit oder ohne Geschenkeberg.
Nur unter uns: Die meisten Leute in Marzahn glauben fälschlicherweise, Weihnachten sei ein Familien-, Lichter-, Geschenke- oder Freßfest, an dem einmal
nur im Jahr alles lieb, lecker und harmonisch sein muß.
Unfug! Das muß ja danebengehen. Weihnachten feiern wir, weil Jesus Christus vor 2005 Jahren in einem Dörfchen in Israel geboren wurde. Weihnachten ist
ein Jesus-Christus-Geburtstagsfest. Wir feiern das Baby in der Krippe, den Sohn Gottes in einem Futtertrog, den Heiland der Welt in Windeln. Darum geht´s!
Natürlich darf man auch Lichterketten haben, Geschenke machen, Leckeres essen, Christbaumkugeln kaputtmachen und friedlich sein. Aber in der Mitte des
Weihnachtsfestes steht Jesus Christus. Und wenn das wirklich so ist bei Euch, liebe Leser, dann wird auch an Eurem Weihnachtsfest alles viel heller, friedlicher, fröhlicher und harmonischer.
Und was soll da nun zu feiern sein? Ob in China eine Kiste mit Computerchips umfällt oder vor 2005 Jahren in Bethlehem ein Baby geboren wurde,
interessiert doch nur den Computergroßhändler und die Mutter des Babys damals. "Was geht mich das heute an? Was soll ich da 2005 feiern?
Außerdem glaube ich ja eigentlich nicht so unbedingt an Gott", könnte mancher denken.
Ganz einfach: Gott kommt zu uns. Das ist der Kern des Weihnachtsfestes. Gott kommt zu uns nach Marzahn, im Jahr 2005. Gott sitzt nicht irgendwo
weit weg auf Wolke 07, läßt sich von Engeln besingen und baumelt mit den Beinen. Nein, unser Gott kommt zu uns. Jesus Christus, Gottes Sohn, wird ein Mensch - so wie Du und ich, ein ganz normaler Mensch: Das Baby in
der Krippe hat von Maria die Brust bekommen, hat in die Windeln gepieselt und nach dem Essen ein Bäuerchen gemacht - so wie Nancys Baby.
Gott kommt zu dir und zu mir - nicht mit Bodyguards, Straßensperrungen oder Privathubschrauber.. Gott kommt als kleines Baby, schläft in einem
Futtertrog, weil gerade kein Kinderbett verfügbar war. Gott kommt zu uns - ein armes Baby, so wie viele von uns arm sind. Im Stall von Bethlehem gab es keine goldenen Türklinken, keine Benjamin-Blümchen-Tapeten und
keine Putzfrau. Gott kommt zu uns und an seinem Hilfsbett kniet Maria: ein minderjähriges, unverheiratetes Mädel, das nicht lesen und schreiben konnte. In der Krippe liegt ein uneheliches Kind. Daneben kniet Joseph,
der Verlobte von Maria, nicht der Vater des Kindes. Und vielleicht kauten da auch noch ein Ochse und ein Esel. Das hat da gestunken im Stall. Jede unsanierte Plattenbauwohnung hat da mehr Komfort. Gott kommt zu uns
- zu den Hirten auf dem Feld. Das waren die allerletzten.
"Wer nichts wird, wird Hirt.", sagte man damals in Israel - kein anständiger Berufsabschluß, keine eigene Wohnung, keine Dusche, kein
Bankkonto. Zu diesen leicht versifften Kerlen kommt der Engel Gottes und verkündigt ihnen eine große Freude: "Euch ist heute der Heiland geboren!" Und sicher hat irgendein Hirte gefragt: "Was´s´n das:
ein Heiland?" Und sicher hat ein anderer geknurrt: "Ein Heiland ist jemand, der heil macht, was kaputt ist."
Christfest heißt: Gott kommt zu uns - zu mir und dir. Gott macht heil, was uns kaputtgegangen ist. Christus heilt zerbrochene Herzen und wischt
weinende Augen ab, tröstet, verbindet und versteht. Gott kommt zu uns nach Marzahn, wo es auch einige Leute gibt, die sich gerade noch an die letzten Maschen des sozialen Netzes klammern, die schon fast
durchgerutscht sind.
Wie feiert man richtig Weihnachten? Damit der Pastor nicht nur einmal im Jahr flink die schöne Weihnachtsgeschichte herunterliest, geben sich die
Kinder gerade große Mühe. Sie wollen Euch allen die Geschichte von Jesu Geburt vorsingen, vorspielen und vormachen. Ihr könnt euch das in der Kirche wie in einem kleinen Theater anschauen und mitsingen. Gott kommt
zu uns.
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