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  Geschichten aus Marzahn - Was bei uns passiert...

Kreuzkrippe

Gottesdienst am 2. Januar 2004: Die Erwachsenen bleiben unten im Bittgottesdienst bei Naturkatastrophen. Die Kinder gehen hoch in den Kindergottesdienst.

Alle reden über die Flutwelle und was sie im Fernsehen gesehen haben.

Frau S. erzählt den Kindern die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus: Jesus steht am Grab und sieht die Menschen weinen. Da hat er solches Mitleid, daß er mit ihnen weint. Unser Heiland weint mit uns, sitzt nicht weit weg auf einer Wolke, sondern hat Mitleid mit den Angehörigen. Dann wird Jesus zornig auf den Tod. Jesus steht am Grab von Lazarus und wird zornig, weil der Tod so bitter, so grausam, so schrecklich sein kann - damals und heute. Und dann hilft Jesus - er weckt Lazarus auf. Der Tod - auch in Asien - ist nicht das letzte. Gott ist stärker als das Grauen da.

Nach dem Gottesdienst frage ich Frau S.: Was haben sie denn nun mit den Kindern gemalt oder gebastelt?

Ein Mädchen zeigt mir ein buntes Kreuz aus Papier. "Was hat das jetzt mit der Flutwelle in Asien zu tun?", frage ich.

Frau S. erklärt es mir: "Wo soll man denn jetzt hin mit dem Leid und den Fragen? Wir gehen als Christen doch mit allem zu Jesus, unters Kreuz. Jetzt auch! Darum haben wir ein Kreuz gebastelt"

Ich nicke: "Und warum ist da unten am Kreuz eine Krippe dran?"

Ein Kind erklärt es so: "Wir finden das Jesuskind auch in der Krippe. Erst ist er da geboren. Und da können wir zu ihm hingehen. Und dann ist er gestorben und auferstanden. Und darum hängt da an meinem Kreuz niemand dran. Das ist ein Osterkreuz mit Krippe."