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Geschichte 1: Reue
Es war eigentlich gar nicht so schlimm. Ich saß an meinem Schreibtisch und bastelte an unserm Antrag zur Übernahme eines Kindergartens: Ein paar
Mädchen trampelten über die Betonfläche im Garten durch die Dunkelheit, schlichen sich laut kichernd an mein Fenster heran, klopften laut und rannten anschließend schreiend weg. Kinderkram! Beim achten Klopfen wurde
es etwas lästig. Und dann entdeckten die Mädels, daß der Pastor ja auch eine Klingel hat. Wild drückten sie auf den Knöpfen herum. Und irgendwie konnte ich mich nicht mehr so richtig konzentrieren. Wie ein
Wirbelwind fegte ich aus dem Haus und erwischte die Mädchen, die lautstark flüsternd hinter den Mülltonnen saßen. Irgendwie muß ich wohl doch ein bißchen herumgeschimpft haben: Sie hörten jedenfalls ganz schnell auf
und verschwanden mit gesenkten Köpfen kleinlaut hinter dem nächsten Block. Vor zwei Wochen hatte ich die Mädels getauft. Und nun ärgerten die Gören mich!
Nach fünf Minuten hatte ich die Sache vergessen. Aber am nächsten Morgen lagen in meinem Briefkasten drei violette Zettel mit identischem Text. Darauf
stand in krakeliger Kinderschrift:
Entschuldigen Sie Pastor neigenfind das ich scheiße gebaut habe es tut mir Leid. Gruß Nancy, Stephanie,
Julia
Sicher! Die Rechtschreibung ist unter aller Kanone! Die Ausdrucksweise ist an einer Stelle etwas - nun ja - gewagt! Die äußere Form ist mangelhaft.
Aber ich habe mich lange nicht mehr so gefreut! Und ich glaube, JESUS hat sich auch ganz mächtig gefreut. Und die Engel im Himmel auch! Denn immer wenn ein Sünder Buße tut, gibt´s ein Fest im Himmel.
Da haben ein paar Marzahner Christenmädel “Scheiße gebaut” und besitzen anschließend den Mut, ihre Schuld einzugestehen und um
Entschuldigung zu bitten. Großartige Christen! Weiter so!
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